Schwyz Magazin Sommer 2018 von Schwyz Tourismus

Weitere Schwyz Tourismus Kataloge | Schwyz Magazin Sommer 2018 | 24 Seiten | 2018-08-14

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Seite 17 von Schwyz Magazin Sommer 2018

mythenregion 17 rundwanderung auf der strecke holzegg – wannenweidli – zwyschetmythen – holzegg begegnet man oft gämsen und bei gutem wetter immer einer schönen aussicht auf den tal­kessel schwyz den vierwaldstättersee und die umliegenden berge «wenn man wartet geht die welt auf.» markus raschle wir warten fynn der schwarze jura laufhund bonny der braune bayrische gebirgsschweisshund und die schreibende «wenn man sich hinsetzt und wartet dann geht die welt auf» sagt wildhüter markus raschle in seiner olivgrünen dienstkleidung verschmilzt er mit den alpenwiesen und wäldern die für einen landschaftsmaler zu posieren scheinen wir halten die augen offen zumindest die schreibende fynn hat es sich bequem gemacht bonny gähnt vor uns liegen der furggelenstock und die zwäcken «viele leute wandern blind sie haben die augen nicht offen» erzählt markus raschle dann passierts gamsgeissen kommen mit ihren jungen um gras zu fressen der wildhüter bietet den feldstecher an doch den braucht es nicht die 30 meter bis zum rudel bewältigt das auge allein markus raschle kennt alle tiere und unterscheidet sie anhand ihres körperbaus und der hörner die gamsmütter blicken gelassen in unsere richtung als ob sie mit uns die infotafel bei der luftseilbahn in der holz­ egg gelesen hätten eidgenössisches jagdbanngebiet das Älteste und das kleinste der mythenbann ist das älteste banngebiet der schweiz seit 1478 ist es verboten zwischen schwyz holzegg brunni und haggenegg zu jagen mit seinen 844 hektaren ist es auch das kleinste banngebiet der schweiz «aber vielfältig» ergänzt markus raschle sofort alpweiden wälder landwirtschaftlich ge nutzte gebiete und die kargen kalkfelsen des grossen und kleinen mythen bieten gämsen rothirschen schneehasen feldhasen murmeltieren steinadlern und birkhühnern eine heimat als wildhüter sorgt markus raschle für das wohl der freilebenden säugetiere und vögel indem er auch ihren lebensraum schützt längst bedroht nicht mehr das gewehr die wildtiere als grösster feind sondern die freizeitaktivität der menschen deshalb gehört es auch zu seinen aufgaben auf geführten wanderungen verständnis und respekt zu wecken «in diesem wildschutzgebiet erblicken wanderer was sie sonst nur im zoo sehen» sagt er der 50-jährige übt seinen beruf nicht aus er lebt ihn genauso wie er früher nicht auf die jagd ging sondern jäger war «jäger ist man auch ausserhalb der jadgzeit wenn man hegearbeitet leistet und den lebensraum der wildtiere verbessert» erklärt er verschlafenes murmeltier wir warten das rudel ist in der zwischenzeit weitergezogen aber wir sitzen immer noch auf der bank beim wannenweidli nicht weil uns die wanderung von der holzegg bis hierher ermüdet hat sondern weil wir die natur in uns aufnehmen die sonnenstrahlen erreichen die bruchsteinmauern vor uns der warme stein lockt das erste murmeltier zum sonnenbad an «sie sind keine frühaufsteher» sagt markus raschle lächelnd.