Dachsteiner Sommer 2016 von Schladming-Dachstein

Weitere Schladming-Dachstein Kataloge | Dachsteiner Sommer 2016 | 17 Seiten | 2016-07-19

Werbung

Seite 6 von Dachsteiner Sommer 2016

die letzten helden i ch öffne das fenster und beobachte die aufgehende sonne wie sie meine aussicht in ein atemberaubendes kunstwerk verwandelt im schein des morgenlichts erhält die dachstein-südwand einen goldenen anstrich während die felder aus der tristen melancholie des schattens befreit werden der vorher noch gespenstisch und karg wirkende wald zeigt sich plötzlich einladend und besticht mit satten farben und während der wind die zarten blumen in unserem garten in wallungen versetzt rieche ich den süßlichen duft der natur „die schönheit rettet die welt“ schrieb einst der russische schriftsteller fjodor m dostojewski und nichts ist schöner als mutter erde selbst aber auch mutter erde braucht manchmal hilfe sie muss mit respekt und liebe gepflegt werden nicht zu vergessen das nötige know-how um die unverfälschte schönheit der natur zu bewahren es ist ein knochenjob – harte arbeit 24 stunden/7 tage die woche und dazu noch schlecht bezahlt ganz abgesehen vom hinterwäldlerischen image aber es sind diese menschen die den planeten zu einem schöneren ort machen die unsere welt im einklang mit der natur halten die die schönheit von mutter erde beschützen die rede ist von den landwirten von den bauern seit jahrhunderten bewahren sie die schönheit unserer natur bebauen die felder pflegen die wälder kümmern sich um die tiere während wir nur die schönheit der landschaft wahrnehmen und das geschossene foto mit unserem smartphone hochladen sorgen die 10 herbert walcher bauer senner käser gastwirt landwirte im hintergrund mit viel schweiß und herzblut für die richtige balance idealistisch und ehrlich so wie superhelden bewahrer der natur und der traditionen in ramsau am dachstein gibt es noch immer eine hohe dichte an landwirten und seit jeher prägen diese die region ramsauer bauern gelten als pioniere des lutherglaubens in Österreich der älteste gewerbebetrieb der steiermark – die lodenwalke – hat ihren sitz am fuße des dachsteins und war stets im besitz einheimischer bauern und auch im tourismus waren es die regionalen landwirte welche als erste ihre häuser für gäste öffneten bauern bewahren auch traditionen einige höfe in der ramsau besitzen auch noch heute die historische haus und hofform des oberen ennstals beispielsweise sind diese höfe in der ramsau dadurch gekennzeichnet dass wohn und wirtschaftsgebäude knapp hintereinander stehen aber so weit verschoben dass der first des wirtschaftsgebäudes in einer linie mit der südwärtigen traufseite des wohnhauses liegt oder die „ganglzier“ das balkongeländer zur schmückung des bäuerlichen wohnhauses ein altes detail aus einer vergangen zeit und doch kann man ein schönes beispiel davon heute noch beim grahhof bewundern nicht nur architektonisch sondern auch kulturelle und musikalische traditionen werden von den landwirten erhalten und musiziert wurde bzw wird in der ramsau sehr gerne darum ist es auch nicht verwunderlich dass einer der bedeutendsten österreichischen volksliedsammler und -forscher dr josef pommer oftmals in der ramsau weilte in seiner sammlung „444 jodler und juchezer aus steiermark und dem steirischösterreichischen grenzgebiete“ finden sich eine reihe von stücken aus der ramsau wie beispielsweise „ruf des stiererbauern“ oder „aus der ramsau“ neben dem jodeln hat auch das singen von sogenannten „gstanzln“ – spottverse – eine lange tradition dachsteiner 11 www.ramsau.com