Handlungsempfehlungen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) 2017 von LWL - Integrationsamt

Weitere LWL - Integrationsamt Kataloge | Handlungsempfehlungen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) 2017 | 82 Seiten | 2018-03-16

Werbung

Kontakt zu LWL - Integrationsamt

LWL - Landschaftsverband Westfalen-Lippe
https://www.lwl-integrationsamt.de/

Handlungsempfehlungen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) 2017 ist in diesen Kategorien gelistet

Gesundheit & Pflege

Ausgewählte Katalogseiten von Handlungsempfehlungen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) 2017

vorwort │ blick hinter die kulissen blick hinter die kulissen sehr geehrte leserin sehr geehrter leser mit der nunmehr 6 auflage stehen die integrationsämter der landschaftsverbände rheinland und westfalen-lippe mit diesen aktualisierten handlungsempfehlungen den betrieben und dienststellen und deren betrieblichen akteuren mit rat und tat zur seite wir – das lvr-integrationsamt in köln und das lwl-integrationsamt westfalen in münster – haben uns zum ziel gesetzt betriebe und dienststellen bei der einführung und durchführung des bem zu unterstützen und zu begleiten seit inkrafttreten des § 84 absatz sgb ix in 2004 jetzt § 167 sgb ix neuer fassung ist das thema und gesetzliche anliegen – die beschäftigungsfähigkeit und beschäftigungsmöglichkeit von beschäftigten zu erhalten – vor dem hintergrund des demografischen wandels und des wandels der ­arbeit hochaktuell allerdings kann es nicht für alle betriebe

kapitel 2 │ grundlagen des bem entscheidend für die akzeptanz der beschäftigten für das bem ist dass sie erkennen können das bem zur präventiven unterstützung und nicht zur vorbereitung einer eventuellen kündigung angeboten wird insoweit kommt der ersten kontaktaufnahme mit der oder dem betroffenen beson datenschutz ist wichtig für eine vertrauensvolle mitwirkung dere bedeutung zu ohne die einwilligung der oder des beschäftigten kann kein bem-verfahren durchgeführt werden das erfordernis der einwilligung bezieht sich dabei auf alle verfahrensschritte des bem sowie auf alle beteiligten personen datenschutzrechtliche aspekte sind zu beachten liegt die einwilligung der oder des beschäftigten nicht vor kann es seitens des arbeitgebers keine weiteren aktivitäten zur Überwindung oder verringerung der arbeitsunfähigkeitszeiten im bem-verfahren geben die beschäftigten sind am gesamten bem-prozess zu beteiligen dies geschieht zum beispiel

kapitel 2 │ grundlagen des bem auch im kleinbetrieb ist also nicht abhängig von einer bestimmten anzahl von arbeitnehmerinnen/arbeitnehmern bag urteil vom 30 september 2010 – 2 azr 88/09 jedoch stellt es in einem betrieb der nicht dem kschg unterfällt kein indiz für eine sittenwidrigkeit oder treuwidrigkeit einer kündigung dar wenn der arbeitgeber kündigt ohne zuvor ein bem durchgeführt zu haben bag urteil vom 24 januar 2008 – 6 azr 96/07 wann muss der arbeitgeber tätig werden nach rückkehr der betroffenen person der arbeitgeber muss tätig werden und dem betroffenen arbeitnehmer ein bem anbieten sobald die sechswochenfrist erfüllt ist auch die weigerung des betroffenen beschäftigten angaben zu seinem krankheitsbild zu machen führen nicht dazu dass der arbeitgeber ein bem für entbehrlich halten darf gleiches gilt wenn der oder die betroffene beschäftigte erklärt der arbeitgeber könne zur vermeidung künftiger

kapitel 2 │ grundlagen des bem liegt das letzte angebot eines bem bereits mehr als ein jahr zurück kann der arbeitgeber nicht davon ausgehen die oder der beschäftigte werde es ein weiteres mal ablehnen und deshalb auf ein erneutes angebot eines bem verzichten das bem muss zeitnah vor ausspruch der kündigung durchgeführt werden da es ansonsten seinen zweck nicht erfüllt vergleiche bag urteil vom 12 februar 2007 – 2 azr 716/06 indem der arbeit­ geber den anspruch der kündigung zeitnah zu der ablehnung eines bem unterlassen hat bringt er vielmehr zum ausdruck dass er selber bezogen auf die beschäftigung des arbeitnehmers keine negative prognose gesehen hat lag düsseldorf urteil vom 20 oktober 2016 – 13 sa 356/16 entbindet die aussage der arbeitnehmerin/des arbeitnehmers der ­arbeit­geber könne nichts zur wiederherstellung ihrer/seiner arbeitsfähigkeit tun diesen von der verpflichtung zum angebot eines bem-verfahrens nein die

kapitel 2 │ grundlagen des bem • auf personenbezogene daten die nicht dem datenblatt oder der personalakte entnommen werden können dürfen dritte arbeitgeber betriebsrat schwerbehindertenvertretung nur mit vorheriger schriftlicher zustimmung der mitarbeiterin/des mitarbeiters zugreifen • daten die veränderungen in der leistung und die leistungsfähigkeit der mitarbeiterin des mitarbeiters betreffen können dem arbeitgeber zugänglich gemacht werden ebenso wie fehlbeanspruchungen am arbeitsplatz und gegebenenfalls gesundheitsgefahren • Ärztliche diagnosen sowie daten zur gesundheitsprognose können von der betroffenen mitarbeiterin/dem betroffenen mitarbeiter mit dem betriebsarzt erörtert werden und dürfen von diesem ohne einverständnis des betroffenen nicht anderen am bem beteiligten zugänglich gemacht werden dies gilt nicht für betriebliche ursachen und auswirkungen der erkrankungen der betriebsarzt übernimmt es die

42 wochen von mehr als sechs arbeitsunfähigkeit feststellung der ergebnis die notwendigen daten zur kontaktaufnahme werden der ansprechperson weitergegeben inhalte • regelmäßige auswertung der krankenstände eventuell in zusammenarbeit mit den krankenkassen • erfassen einer jeden mitarbeiterin/eines jeden mitarbeiters die im zeitraum von zwölf monaten seit ablauf der letzten arbeitsunfähigkeit mehr als sechs wochen 30 arbeitstage krankheitsbedingte fehlzeiten aufweisen unter umständen kann es sinnvoll sein dass der arbeitgeber bereits vor dieser sechswochenfrist tätig wird • feststellen ob eine schwerbehinderung oder gleichstellung vorliegt • feststellen ob bereits eine betriebsärztliche stellungnahme vorliegt • die fehlzeiten überprüfen in welchen fällen sollen maßnahmen des bem zum jetzigen zeitpunkt eingeleitet werden ziel sicherstellung dass eine mitarbeiterin/ein mitarbeiter mit einer gesundheitlichen

kapitel 4 │ einzelfallübergreifender systematischer ansatz empfehlungen • es wird dem arbeitgeber empfohlen ein konstantes bem-team zu bilden und diesem raum und zeit zur verfügung zu stellen um das bem für betroffene mitarbeiterinnen oder mitarbeiter durchführen zu können • auch wenn in kleinen und mittleren unternehmen kein bem-team existiert ist dringend zu empfehlen externen rat hinzuzuziehen das integrationsamt krankenkassen oder die berufsgenossenschaft können ansprechpartner zum beispiel technischer beratungsdienst integrationsfachdienst krankenmanagement berufshelfer/disability manager benennen die zu fallbesprechungen vor ort kommen • es ist effektiver das hauptaugenmerk auf die verbliebenen fähigkeiten und stärken der mitarbeiterin/des mitarbeiters zu richten und nicht auf deren/dessen erkrankung detaillierte informationen über erkrankungen sind nicht gegenstand der erörterungen im bem-team was müssen das bem-team

unbedingt vermeiden sollte man die erwartungshaltung mit dem bem sei in jedem einzelfall ein allheilmittel zur Überwindung beziehungsweise verringerung von arbeitsunfähigkeitszeiten und zur vermeidung personenbedingter kündigungen gefunden worden das bem zielt zwar auf die sicherung des beschäftigungsverhältnisses jedes einzelne bem-verfahren ist aber stets ergebnisoffen vieles geht aber nicht jede erkrankung lässt sich auskurieren nicht jede belastung verringern nicht jeder arbeitsplatz leidens behinderungsgerecht gestalten leistungen der integrationsämter beratung bei der einführung prämien für die einführung leistungen im konkreten einzelfall etwa im rahmen der begleitenden hilfe im arbeitsleben – dies sind die handlungsfelder der integrationsämter die zielgruppen sind dabei die schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten menschen die aufgabe der integrationsämter besteht nicht in der konkreten einführung und durchführung

in die personalakte werden im rahmen eines bem ausschließlich folgende unterlagen übernommen • durchschrift des „erstschreibens” und eventuell vermerk über telefonischen oder persönlichen „erstkontakt” • zustimmung beziehungsweise ablehnung der/des betroffenen • durchschrift der erklärung zum schutz personenbezogener daten im rahmen von maßnahmen des bem • abschlussvermerk alle sonstigen unterlagen und dokumente zum beispiel vermerke über vereinbarte maßnahmen protokolle über arbeitsversuche verlauf und ergebnis protokolle über maßnahmen der stufenweise wiedereingliederung und weiteres die im zusammenhang des bem anfallen werden außerhalb der personalakte in einer separaten bem-akte geführt die spätestens drei jahre nach abschluss der maßnahmen mit allen in ihr enthaltenen daten vernichtet wird alle erhobenen daten werden ausschließlich für die ziele genutzt die für einen zu

vorschlag für eine präsentation vor der geschäftsleitung 1 bem präsentation vor geschäftsführung am 2 was ist bem was ist bem gesetzliche grundlage des bem nutzen für den betrieb organisation des bem themen des bem einführung praxis 74 • ein verfahren zur erfolgreichen eingliederung ­langzeit­kranker mitarbeiterinnen und mitarbeiter • ein ansatz zur Überwindung von au zur vorbeugung von erneuter arbeitsunfähigkeit und zum erhalt des arbeitsplatzes zum beispiel durch • umsetzung auf einen geeigneten arbeitsplatz • arbeitsplatzanpassung häufig mit finanzieller förderung • maßnahmen zur besseren qualifizierung oder ­rehabilitation des