Ausgewählte Seiten von Beziehung & Sexualität bei Aids/HIV
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Wem soll ich wann was von meiner
HIV-Infektion sagen?
Wenn ich privat neue Leute kennen lerne, dann war te ich zuerst mal ein
bisschen ab. Ich sags nicht gleich als Erstes. Ich kann einschätzen, wem
ich das sagen kann und wem nicht. Und wenn ich es jemandem nicht
sagen kann, dann sind das Kontakte, die sich wieder ver flüchtigen.
(Tanja*, HIV-positiv)
Im Wohnumfeld will ich nicht, dass sie es wissen, wegen der Schule und
meinen Kindern. Aber im privaten Bereich stör t das nicht.
(Yves, HIV-positiv)
Das Schwierigste für uns in der Beziehung ist, wie wir über das Thema
nach aussen reden können oder eben nicht. Solange ich noch arbeitete,
wussten ziemlich viele meiner nahen Freunde und Freundinnen, dass ich
positiv bin. Das war nicht wirklich ein Problem. Aber jetzt, jetzt gibts
zusätzlichen Erklärungsbedar f gegenüber ferneren Bekannten, weil ich
nicht mehr arbeiten kann und zu Hause bin. Die Mutter meines Par tners
hat z.B. gefragt, ob er mich jetzt eigentlich finan
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Im schwulen Bereich geht der promiske Sex ja weitgehend ohne Wor te. Der
ganze Quatsch mit vorher darüber reden : In der Szene läuft das nicht so.
HIV wird nie Thema. Aber der Schutz ist klar immer dabei das muss nicht
Kondom heissen. Es gibt schliesslich safes Verhalten auch ohne
Kondome. Analverkehr ist im schwulen Sex überhaupt nicht zwingend.
(Jan, HIV-positiv)
Schütze deine Nächste, deinen Nächsten wie dich selbst
Jeder er wachsene, ur teilsfähige Mensch muss heute dafür sorgen, dass sie
oder er sich vor HIV oder anderen sexuell über tragbaren Krankheiten schützt.
Jede und jeder ist für seine Gesundheit in erster Linie selber verantwor tlich.
HIV-positive Menschen tragen nicht die alleinige Verantwortung
für Safer Sex. Dies gilt nicht nur bei einer flüchtigen Begegnung, sondern
auch in einer Par tnerschaft.
Bei flüchtigen sexuellen Beziehungen ist es allenfalls ver tretbar, den Serostatus nicht bekannt zu geben, solange durch konsequenten Safer Sex kein
ernst
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Einander mit dem Mund ver wöhnen geht das?
Ein schwieriges Thema bei uns ist der Oralverkehr. Wenn wir es mal tun,
muss ich sagen: Es wäre ja schön. Aber ich kann meistens nicht. Wenn
ich wieder irgendwo höre, dass es nicht absolut und zu 100 Prozent ausgeschlossen sei, dass er sich so anstecke. Ich kann nicht.
(Lisa, HIV-positiv)
Ich würde etwas mehr Risiko eingehen als sie, z.B. beim Oralverkehr. Von
meiner Einstellung und von den Er fahrungswer ten her, die es dazu gibt.
Aber es gibt halt da keine 100-prozentige Sicherheit. Sie will deshalb
nicht.
(Andreas, HIV-negativer Par tner von Lisa)
Das HIV-Übertragungsrisiko bei Oralverkehr ist vielen unklar. Es lohnt sich, sich
die entsprechenden Situationen genau zu vergegenwärtigen.
Sich als HIV-positive Frau oral befriedigen lassen
Wenn Sie als HIV-positive Frau darauf Lust haben, können Sie sich von Ihrem
Partner bzw. Ihrer Partnerin ob HIV-negativ, HIV-positiv oder unbekannt ohne
jegliches Risiko für Sie selbst oral
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Darüber reden
Ich finde, jede und jeder muss für sich allein herausfinden, wie sie oder er
mit der Situation umgehen will. Man muss die eigene Haltung immer neu
überprüfen und sich neu damit auseinander setzen. Ich wünsche allen
den Mut, auf die eigene innere Stimme zu hören und mit Klarheit und Liebe
zu handeln.
(Ruth, HIV-negative Par tnerin von Markus)
Wenn mir jemand nicht geglaubt hat wegen der Über tragungsgefahr und
so, dann habe ich die mit zum Arzt geschleppt. Die sollen es sich mal
anhören und erklären lassen. Damit die Verantwor tung nicht einfach bei
mir liegt.
(Agnes, HIV-positiv)
Medizin und Epidemiologie können mit grosser Sicherheit sagen, was aus
wissenschaftlicher Sicht beim Sex safe ist und was unsafe . So wichtig
diese Information ist, so verständlich ist auch, dass damit sehr viele Fragen
noch nicht beantwor tet sind.
Auch wenn HIV z.B. beim Küssen oder bei Oralverkehr, wenn Sie wenige
Massnahmen beachten (vgl. S. 13 ff.), nicht über tragen wi
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Wichtige Punkte zum Präser vativ
Qualität
Gute Präser vative tragen den Vermerk MD , CE oder zusätzlich noch OK .
Wahl des richtigen Gleitmittels
Gleitmittel verringern die Gefahr, dass das Präser vativ reisst. Sie müssen wasserlöslich oder auf Silikonbasis hergestellt sein. Geeignete Produkte finden
Sie im Supermarkt (im gleichen Gestell wie die Präser vative), in Kondomshops oder in Drogerien und Apotheken.
Ver wenden Sie auf keinen Fall Bodylotions, Massageöl, Babyöl, Vaseline,
Butter usw.: Sie sind alle fetthaltig und greifen Latex an. Auch wenn das
Kondom deswegen nicht reisst oder sichtbare Beschädigungen aufweist:
Fetthaltige Mittel beschädigen innerhalb von weniger als fünf Minuten die
Latexstruktur und machen Präser vative durchlässig für das HI-Virus.
Vorsicht:
Auch die zur Verhütung ver wendeten Schaumzäpfchen und
Diaphragmacremen beschädigen das Latex und dür fen nicht zusammen mit
Präser vativen ver wendet werden.
Vorrat und Lagerung des Präservativs
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Verzicht auf das Präser vativ?
Meine Par tnerin hat immer wieder den Wunsch nach ungeschütztem Sex.
Das ist einerseits ein angenehmer Wunsch. Anderseits ist es aber auch
eine enorme Herausforderung. Nun, ich stelle mich auf folgenden Standpunkt: Wenn jemand lückenlos aufgeklär t und der Intellekt nicht beeinträchtigt ist, dar f oder muss sie bzw. er selbst über seine Wünsche entscheiden!?
(Markus, HIV-positiver Par tner von Ruth)
Wenn es in der Beziehung kriselt, greife ich eher wieder zum Gummi ich
möchte wirklich nicht positiv werden; ich glaube, auch nicht im
Unbewussten...!
(Ruth, HIV-negative Par tnerin von Markus)
Wenn wir sehr gut aufgelegt sind und wir uns wirklich ganz nah spüren wollen, dann verzichten wir manchmal bewusst auf das Präser vativ. Ich mache
es ihr zuliebe. Sie hats schon am liebsten ohne. Dann bin ich aber super
vorsichtig ich habe noch nie einen Samenerguss in ihr gehabt. Wir sparen uns ohne auf für besondere Momente, zwei- oder dreimal im Monat
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Ich fühle mich wieder wie vor der Infektion mit meinem HIV-positiven
Par tner. Die Angst ist weg, dass ich ihm etwas Schweres antun könnte. Es
ist viel freier, viel of fener, ich kann mich wieder gehen lassen.
Schliesslich: Ich kann nicht noch was bekommen, was ich schon habe. Ich
habe keine Angst vor einer Zweitinfektion. 100% vermeiden kann mans nur
mit Kondomen, sagt mein Arzt, aber das Risiko sagt er auch, ist sehr
klein.
(Agnes, HIV-positiv, Par tnerin von Yves)
Ob HIV-positive Menschen sich ein zweites Mal mit anderen HI-Viren-
Varianten infizieren können (Zweitinfektion) oder nicht, ist zwar nicht
abschliessend geklär t. Aufgrund der bisherigen Er fahrungen, der epidemiologischen Beobachtung und theoretischer Überlegungen dür fte eine
Zweitinfektion mit HIV aber eine ganz rare Ausnahme sein. Bis heute gibt es
weltweit jedenfalls keinen zweifelsfrei dokumentier ten Fall.
Eine Zweitinfektion könnte vermutlich eher bei HIV-positiven Menschen vorkommen, die unter Ko
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Prozent.) Und die Schwangerschaft an sich beeinflusst den Verlauf der HIV-
Infektion höchstens geringfügig. Dennoch müssen verschiedene Fragen vor
einer Schwangerschaft geklär t werden: Wie gehen Sie und Ihr Par tner mit dem HIV-Über tragungsrisiko auf den
negativen Par tner bei der Zeugung um bzw. mit dem Risiko einer Zweitinfektion mit HIV, falls der Par tner HIV-positiv ist (vgl. S. 30 f.)?
- Wie lässt sich das HIV-Übertragungsrisiko auf Ihr Kind bestmöglich senken?
- Wie steht es um das Risiko, durch die Medikamente gegen HIV, die Sie
während der Schwangerschaft einnehmen, das ungeborene Kind zu
schädigen?
- Welche Auswirkungen haben allfällig notwendige Anpassungen Ihrer eigenen
Kombinationstherapie gegen HIV auf Ihre Gesundheit und Ihr Wohl während
der Schwangerschaft?
Es ist wichtig, sich mit diesen und möglicher weise weiteren, individuellen -
Fragen auseinander zu setzen und zu ihrer Lösung eine HIV-Spezialistin bzw.
einen HIV-Spezialisten beizuziehen, z.B. an
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Körperliche Beschwerden aufgrund der
unbehandelten HIV-Infektion ...
1996 lag ich im Spital, wog gerade mal noch 36 Kilo. Ich sahs wirklich
nicht mehr, und es kam auch schon jemand mit mir beten. Meine Frau sah
sich schon als Witwe. Aber ich wollte mich nicht zu einer Therapie überreden lassen. Ich war tete lange, bis ich endlich anfing. Was mir heute
andere als Nebenwirkungen der Kombinationstherapie beschreiben, das
kenne ich als Nebenwirkungen der HIV-Infektion, aus meiner Zeit vorher.
Zum Beispiel die Müdigkeit oder die Gefühllosigkeit in den Beinen, der
kaputte Magen. Der war so kaputt, dass ich am Anfang sogar Mühe hatte,
die Medis aufzunehmen. Nach meiner Er fahrung werden alle diese
Beschwerden besser mit der Therapie. Ich kann das gar nicht recht glauben, was die Leute als Nebenwirkung der Medis beschreiben. Ich kenne
das vom HIV.
(Yves, HIV-positiv)
In den letzten Jahren haben die Nebenwirkungen der Kombinationstherapien
gegen HIV zu Recht starke Beachtung
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Beratung und Unterstützung
Seit ich HIV-positiv bin, habe ich so viele gute, andere Menschen kennen
gelernt. Kennen gelernt auch durch die Tatsache, dass ich HIV-positiv bin.
Zum Beispiel auf der Aids-Hilfe, im Schulprojekt, im Pfarramt. Das schätze ich sehr, dass ich die alle kennen gelernt habe. Gut: Es hätte ja nicht
unter diesen Umständen sein müssen. Aber trotzdem!
(Tanja, HIV-positiv)
Meine jetzige Par tnerin habe ich über die Par tner vermittlung HIV-POS kennen gelernt. Bei mir hat die Vermittlung tipptopp geklappt. Mit Agnes habe
ich zuerst telefonier t, ein paarmal. Das war irgendwie gut, jemanden
zuerst kennen zu lernen, ohne sie zu sehen.
(Yves, HIV-positiv, Par tner von Agnes)
Die letzten Ferien hat das Aids-Pfarramt organisier t. Und dieses Jahr kann
ich mit meiner Par tnerin mit der Deutschen Aids-Hilfe an die Nordsee. Die
haben da ein Haus und ich kann mit den Kindern gehen. Das ist toll,
sonst komme ich ja gar nicht mehr raus.
(Yves, HIV-positiv)
E
| Aids-Hilfe Schweiz, Konradstrasse 20, Postfach 1118, 8031 Zürich
Telefon 01 447 11 11, Fax 01 447 11 12
E-Mail: aids@aids.ch, Homepage: http://www.aids.ch
ZEWO, Schutzmarke für gemeinnützige Institutionen
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Bezugsadresse
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E-Mail: bestellungen@aid.ch
Die vielen Erschütterungen, die vielen Bagatellen, wie in meiner ersten
Ehe, die gibt es gar nicht mehr. Sie werden relativier t durch den gemeinsamen Weg.
(Andreas, HIV-negativ, Par tner von Lisa, HIV-positiv)
Als ich die Diagnose bekam, dachte ich, dass es mit Sex vorbei sei. Ich
konnte mir nicht vorstellen, damit klarzukommen; ich kam mir so schmutzig vor. Jetzt bin ich längst darüber hinweg, und ich lebe in einer tollen
Par tnerschaft. Ich wünschte mir, ich hätte ein bisschen mehr Hof fnung
haben können, damals.
(Susanne, HIV-positiv)
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